Nikolaus - Service - München

Ihr Nikolaus / Weihnachtsmann für München und Umgebung

Der verschwundene Wald

 

Über Nacht war der Wald gaz weiss geworden. Weiss und weich war der Boden, weiss glitzerte es von den Ästen und Zweigen und weiss waren auch die Wiesen und Hänge. Die jungen Hasen, die das zum ersten Mal erlebten, waren sehr erstaunt und versuchten, dieses "Weisse" zu fressen. Aber es schmeckte ihnen nicht. Ganz und gar nicht. Auch die Mäuschen, als sie aus ihren Löchern kamen, waren nicht begeistert, denn sie versanken tief in der lockeren weissen Masse, die da plötzlich alles bedeckte. Die Vögel hielten eine Versammlung ab, um zu beraten, was jetzt zu tun sei, denn man konnte ja fast kein Futter mehr auftreiben. Ein Teil beschloß in die Dörfer und Städte hinunterzufliegen und sich dort irgendwie zu verköstigen, ein anderer Teil aber blieb im Wald und begann die Fichten - und Tannenzapfen zu plündern. Alle konnten das nicht, da musste man schon so gut darauf eingerichtet sein wie Spechte und Kleiber.

 

Am allerbesten verstand sich der Kreuzschnabel darauf. Der war den ganzen Sommer hindurch in der weiten Welt herumgezogen, aber jetzt fand er es hier wunderschön und begann sogar ein Nest zu bauen für seine Kinder, denn nie im ganzen Jahr gab es für ihn wieder so viel Futter wie gerade jetzt und das musste man doch ausnutzen. Die rotbauchigen Gimpel verzogen sich aus dem Bergwald, auch die dicken Grünfinken und die Meisen flogen in`s Tal hinab. Selbst der blaugraue Kleiber machte ab und zu einen kleinen Ausflug zu den Menschen.

 

Eines Tages kam er ganz aufgeregt zurück. "Denkt euch nur, die Menschen bauen mitten in der Stadt einen Wald!" Der große Buntspecht der eben einen großen Föhrenzapfen zwischen zwei Äste eingeklemmt hatte, begann zu lachen, dass es im ganzen Wald zu hören war. " was willst du uns den da wieder für eine Dummheit erzählen ?" sagte er und lachte immer wieder. "Wie kann man denn einen Wald bauen du Dummkopf?" Der Kleiber war gekränkt und sagte nichts mehr. Am nächsten Tag aber kam eine Blaumeise und holte ihre Familie. Sie wollten übersiedeln, sagte sie. In der Stadt unten sei ein prächtiger Fichtenwald gewachsen und da könne man viel besser wohnen als hier. Auch seien gute Futterplätze gleich zur Hand.

 

Da wurden die anderen Vögel doch stutzig und alle, mit ausnahme des Kreuzschnabels, der ja gar nichts anderes haben wollte, und des Spechtes, der ungläubig blieb, flogen auf und davon um sich den neuen Wald anzuschaun. Am Abend kamen sie zurück und erzählten Wunderdinge von dem schönen Wald mitten in der Stadt und den vielen Lichtern rundherum, dass der Specht zornig wurde und sich in seine Baulhöhle zurückzog, um diesen "Dummheiten" wie er meinte, nicht länger zuhören zu müssen. Viele der Vögel aber beschlossen, sofort auszuwandern, andere wollten noch etwas abwarten. Aber als alles gut ging, zogen in den nächsten Tagen immer mehr in die Stadt, selbst die Maus, die in der Nähe der alten Tanne wohnte, übersiedelte. Immer einsamer wurde es im Wald, nur der Specht lachte laut und hämmerte wild an den Stämmen.

 

so verging einige Zeit im Dezember. Da waren eines Tages einige Haubenmeisen und der Kleiber wieder da. Der Wald da unten, erzählten sie, würde immer kleiner und sie hätten keinen Platz mehr. Am nächsten Tag kamen weitere Auswanderer zurück. Der Specht, obwohl er doch der erfahrenste im ganzen Wald war, verstand das Ganze nicht mehr. Als aber dann alle anderen Vögel wieder zurückkamen, entschloss er sich zu einer Besichtigung der sonderbaren Sache und nahm sich einen Kleiber als Führer mit. Doch sie konnten diesen seltsamen Wald nicht mehr finden. Wie ein Spuk war er verschwunden. Der Specht sagte, er hätte den Schwindel ohnehin nicht geglaubt, aber der Kleiber war beleidigt und suchte und suchte. Endlich fanden sie einen einzigen Baum - dieser stand aber in einer Wohnung, war ganz bunt geworden und Lichter brannten an seinen Ästen. Da fing der Specht wieder an zu lachen und flog zurück in den Wald. "Ihr Dummköpfe" sagte er zu den Vögeln, "euer Wald, das waren doch Weihnachtsbäume!"

 

 

 

 

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