Nikolaus - Service - München

Ihr Nikolaus / Weihnachtsmann für München und Umgebung

Eine bayrische Adventsgeschichte...

Vom Muatterl und am Finanzamt

 

I wass net, ob de G`schicht ihr kennt,

sie hat sich ab`gspielt im Advent.

I les euch vor, weil`s mir fallt ei,

d`Leut sog`n des soll wahr g`wen sei...

 

Da is a oids Muatterl gwesen,

alloa in ihra Stub`n drin gsessen,

und hod sich so Gedank`n gmacht,

was`s Christkinf früher ihr hat bracht.

 

Ja,  ja des war`n no Zeit`n,

da kunnt ma allerhand bestreit`n.

Jetz bin i arm und oid dazua

und hob kaum zum Ess`n gnua.

 

Wia`s so da sitzt und überlegt,

hat sie sich einen Plan ausg`heckt.

S´Christkind beschenkt doch alle Leit`

jedes Jahr zur Weihnachtszeit.

 

Wia wars wenn i eahm schreib`n tät,

dass i a große Bitt no hätt.

Vielleicht macht`s ma no de Freid,

grad heuer in der Weihnachtszeit.

 

Sie holt sich Bleistift und Papier,

aus der Schublad`schnell herfür.

Setzt sich an den Tisch sodann,

und fangt wia folgt zu schreiben an.

 

Liebes Christkind, schreibt`s mit`m Stift,

auf das Paoier als Überschrift.

Du bist allmächtig und sehr stark,

schick mir doch bittschön 100 Mark.

 

Erfüll die Bitte einer Armen,

i wünsch an Mantel mir, an warmen.

Wenn i des Geld hätt, wär des schee,

kannt i zum Mantel kaffa geh.

 

I brauch`n wirklich scho sehr bald,

denn drauss`n ist scho bitterkalt.

Hochachtungsvoll hat sie zuletzt,

vor ihren Namen drunter g`setzt.

 

Den Briefumschlag hat`s ungeniert,

an das Christkind adressiert.

Den absender auf d`andere Seit,

des war von großer Wichtigkeit.

 

Sie duat den Brieaf in an Umschlag nei,

und is zum Kast`n grennt a glei.

Nachdem des alles war gescheh`n,

sah man sie froh nach Hause geh`n.

 

Der Postler von dem Postamt acht,

hat koane schlechten Augen g`macht.

So momentan is baff er gwen,

wia er den Briaf ans Christkind g`sehn.

 

Des is eahm ja no nia passiert,

a Briaf an`s Christkind adresssiert.

Er hat sehr lange nachgedacht,

und dann den Umschlag aufgemacht.

 

Als er den Inhalt überblickt,

den Briaf er ans Finanzamt schickt.

Der Beamte von dera Stell,

öffnet den Briaf sehr schnell.

 

Nachdem des Schreib`n er durchgelesen,

war der Fall ihm klar gewesen.

Man muass helf`n, des is gwiß

schon deshalb weil Weihnachten is.

 

Die Kolleg`n von seim Amt,

haben mitgmacht allesamt.

er braucht gar ned lang zu fragen,

jeder hat was beigetrag`n.

 

Und wiaß zum Schluss dan festg`stellt ham,

war`n 63 Mark beisamm.

Den Betrag nun ganz genau,

überwiesen sie der alten Frau.

 

Die Freud vom Muatterl war sehr groß,

darüber Tränen sie vergoß.

Jetzt konnte sie den Mantel kaufen,

und braucht nicht mehr ohne laufen.

 

und aus innerer Dankespflicht,

hat`s no an Briaf an`s Christkind g`richt,

Des hat sie sich ned nehma lassen,

sie schrieb daher folgendermaßen.

 

Für die hundert Mark Dank i Dir,

du hast da sehr geholfen mir.

Doch wenn i wieder um Geld dich bitt,

so schick mir`s doch über`s Finanzamt nit.

 

Mit dene, is des fei a Gfrett,

solche Lump`n trauz i ned.

Von dene 100 Mark, sìs ned derlog`n

hams 37ge abgezogen....

 

 

 

September 2017
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